Heimat- und Museumsverein Perg, Stifterstraße 1, 4320 Perg,
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Wo man singt ... - 150 Jahre Liedertafel Perg

Die Sonderausstellung im Heimathaus-Stadtmuseum Perg war mit einem reichhaltigen Rahmenprogramm ausgestatten. Die beteiligten sechs Vereine veranstalteten ein kleines Konzert und boten im Anschluss eine einfache Bewirtung. Diese Form zog Besucher aus den Gemeinden der beteiligten Vereine an und es bot sich im Anschluss daran die Gelegenheit, die Ausstellung zu besichtigen.

Den Chroniken ist zu entnehmen, dass die Gesangsvereine seit jeher ein bestimmender Teil des kulturellen Lebens in den Gemeinden waren und dass die vielfältigen Beziehungen untereinander gepflegt wurden: gemeinsame Veranstaltungen, Ausflüge, gegenseitige Besuche und Vergnügungen vielfältiger Art. Im „Machländer Volksboten“, einer sonntäglich erschienen Zeitung für den unteren Mühlkreis, ist eine Schlittenfahrt vom Jahre 1896 beschrieben. Damals bestanden in Perg zwei Gesangsvereine: die Liedertafel und der Liederkranz der Freiwilligen Feuerwehr. Es war offensichtlich eine Versöhnungsfahrt nach Vereinsquerelen:

„lautmaler kammerchor perg“
 Da „Liadakranz Perg“
 Mit Manna voll Kraft,
 Der hat uns recht
lustigi Stunden vaschafft.

„Geht’s fahr’n ma Schlidaschi“,
Hab’ns gred’t mitanand,
„Nach St. Irg’n an da Gusen“,
Und glei warn’s banand.

„Aba d’ „Liadatafel Perg”
Muaß a mit dabei,
Wir san wieda guat
Und der Streit is vorbei.“

„Manner – Sängerrunde“
Und a so is a g’scheh’n
Und g’fahr’n san ma fei,
A so a Schlittaschi
Wird nöt leicht wieda sei.

Voran war a Reita,
War prächti anzog’n,
Und g’ritt’n is er sakrisch,
Er is ja grod g’flog’n.

Und aft war a Schlitt’n
War wundersam ziert,
Der hat an enz Schüwl
Musikantna g’führt.

Und blas’n hab’ns fleißi,
Wir hab’ns ja do g’hört,
Es hat eahn trotz Kält’n
D’Instrumenta nöt g’frert.

Dan no a Reih Schlitt’n
San g’fahr’n hintaher
 I glaub, es warn z’wanzgi
Oder eppa no mehr.

Z’ Perg aft ban „Weichs’l“
Hat’s g’haß’n: „Pfüat Gott“
So lustigi Eicht’ln
Than uns öfta no noth.

Schaut’s solchani Stunden
Könnt’s öfta no geb’n:
Halts z’samm und seid’s friedli
Oft wird’s erst a Leb’n

Franz Moser