Heimat- und Museumsverein Perg, Stifterstraße 1, 4320 Perg,
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Stephaniehain

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts war Perg im Sommer ein beliebtes Ziel für Erholungssuchende. Es waren zumeist Wiener und Linzer, die den Markt Perg aufsuchten. Das klare eisenhaltige Wasser der Naarn, das Waldbad und die Freibadeplätze oberhalb der Kuchlmühle oder unterhalb des Holzschwemmplatzes boten erholsame Badefreuden.

Aber nicht nur die Naarn, sondern auch die nördlich gelegenen Waldungen waren beliebte Ziele für Wande-rungen und Ausflüge. Stundenlang konnte der Sommergast in den beeren- und pilzreichen Wäldern entlang des Naarntals wandern und sich in der würzigen Waldluft erholen.

„Anlässlich der Vermählung von Kronprinz Rudolf mit Stephanie von Belgien am 10. Mai 1881 wurde vom Verschönerungsverein unter der Fürsorge der Herren Thannheiser, Fries und Burgholzer, als eifrige Mitglieder des Vereines, der Stephaniehain als Naturpark, solid und mustergültig in der Anlage, mit Ruheplätzen und einem schönen Blick auf den Markt, geschaffen.“ So romantisch schildern Florian und Konrad Eibensteiner den Stephanienhain im Perger Heimatbuch aus dem Jahr 1933.

Aus heutiger Sicht stellt sich die Situation wie folgt dar: Der Stephanienhain führt durch den Gemeindewald, in dem aus forsttechnischer Sicht Schlägerungen ein Muss darstellen und Bäume, die zur allgemeinen Gefahr werden könnten, entfernt werden müssen. Der Heimatverein Perg hat zusammen mit dem Verschönerungsverein, dem Verein Steinbrecherhaus, dem Tourismusverband und der Galerie im Zeughaus angeregt, den geschlägerten Bereich entlang des Weges wieder in einen naturparkähnlichen Zustand zu verset-zen.

Bezüglich der Bewirtschaftung des Stephaniehains wurde seitens der Gemeinde zugesagt, dass dieser wieder seiner Erholungsfunktion gerecht werden und als Erholungswald bewirtschaftet und gepflegt werden soll. In dankenswerter Weise übernimmt wiederum der Verschönerungsverein unter seinem rührigen Obmann Baumeister Josef Kroiss die Aufsicht und veranlasst notwendige Pflege- Schlägerungs- bzw. Anpflanzungsarbeiten, wobei der Bauhof wertvolle Hilfestellung leisten wird.

Weiters wird die Markierung eines Baumlehrpfades überlegt. Die notwendigen Schilder würden vom Tourismusverband unter seinem umsichtigen Obmann Klaus Manner gesponsert. Mit den bereits gesetzten und noch zu setzenden Maß-nahmen wird die Tourismusgemeinde Perg um eine weitere Attraktion, neben dem Erdstall, der Erdwohnung, der Freilichtanlage Mühlsteinbruch und dem Steinbrecherhaus samt seinem interessanten Freigelände, bereichert.


 Wolfgang Lehmann