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Christkind versus Weihnachtsmann


Weihnachten wird in aller Welt gefeiert – bei uns gibt es aber doch noch immer eine liebenswerte Charakteristik.

Vom Himmel hoch, da komm ich her ... ... und nicht vom unwirtlichen Nordpol und schon gar nicht durch Kamine.


Der „Kampf“ zwischen dem synthetischen Weihnachtsmann US-amerikanischer Prägung und der traditionsreichen Sagenfigur aus dem europäischen Norden ist in Österreich längst entschieden: wir haben das Christkind. Das „Christkindl“ hat Charme - da musste nichts von Werbezeichnern entworfen werden.

Entsprechend dem Gedanken des Festes ist es der kleine Jesus, der die Aufgabe übernommen hat, speziell für Kinder da zu sein. Auch die (für den Weihnachtsmann typische) Frage, warum es an allen Ecken und Enden „so viele Christkindl’n“ gibt, stellt sich erst gar nicht. Das Christkind lässt sich nicht durch einfache Verkleidung und einen langen Bart nachahmen. Es lässt sich überhaupt nicht „nachspielen“. Deshalb kann auch nicht jedes Warenhaus eines oder gar eine Menge Christkindln haben, die Verwirrung unter den Kindern stiften: es gibt nur ein und ein einziges Christkind, und das kommt am 24. Dezember.

Ein Baum, der ein Baum bleibt Bei uns gibt es keinen Weihnachtsbaum, sondern einen Christbaum. Und der Unterschied beschränkt sich keinesfalls nur auf die Wörter - ein österreichischer Christbaum unterscheidet sich erheblich von Weihnachtsbäumen. Vor allem ist er ein Baum und das soll man auch sehen. Der Christbaum wird nicht bis zur Unkenntlichkeit mit Schmuck, Watte und Flitter zugedeckt, sodass es egal sein könnte, ob er echt oder ein Styroporkegel ist. Er ist ein geschmückter Baum und nicht das Trägermaterial für Schmuck. Zu einem österreichischen Christbaum gehören auch die echten Kerzen - was zwar nicht ungefährlich ist, aber zur Stimmung gehört. Schon alleine das Entzünden der Kerzen ist eine stimmungsvolle Handlung, die sich nicht durch den Einschaltmechanismus von Elektrokerzen ersetzen lässt.

Der Christkindlmarkt Er ist kein Adventsmarkt und auch kein Adventmarkt - er ist der Christkindl-markt. Zutritt für Weihnachtsmänner nicht gestattet. Das Besondere an Christkindlmärkten ist, dass dort nur Kleingewerbetreibende als Anbieter von weihnachtlichen Geschenken und Dekorationen auftreten und damit sehr viel (Kunst-) Handwerkliches und wenig Industrielles angeboten wird - in eher dezenter Umgebung ohne grelles Licht.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Christkindlmarkt in Perg. Der Heimatverein Perg wünscht gesegnete Weihnachten !

Zusammengestellt von Franz Moser