Heimat- und Museumsverein Perg, Stifterstraße 1, 4320 Perg,
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Ein Sucher und erfolgreicher Finder



Burgfriedstein an der
Abzweigung Münzbacher Straße zur Kuchlmühle
(drei Flächen, Grenzstein Perg, Pergkirchen und Altenburg)
In Perg sind einige Burgfriedsteine, Rechts-Denkmale aus den vergangenen Jahrhunderten, erhalten geblieben.
Einst begrenzten sie das Gebiet der niederen Gerichtsbarkeit des Marktes Perg (die Verleihung des Marktrechtes wird zwischen 1191 und 1218 vermutet).

Florian Eibensteiner, mit seinem Sohn Konrad Herausgeber des Heimatbuches 1933, transkribierte auf Altpapier aus dem ersten Weltkrieg Auszüge aus den Gerichtsprotokollen des Marktes Perg. Darin wird die älteste nachgewiesene Begehung dieser Steine aus dem Jahr 1659 so beschrieben: „ ... bis sich des Richterhofes Grundt zu Linckherhanndt endet, neben demselben Linckherhanndt hinumb bis zu der Strasß nacher Münzbach, alwo ein Burggfridtstain, vonn disen zwischen des Kärlingberger Burgerl: vnnd des hafner Steyroggerischen Vnndterthann vnd der Stainerpaurn Gründten hereinwerths, neben des Pinnder am Velt hausmarch, bis auf die Greiner Strassen, alwo ein burggfridt stain stehet ... “.  Es werden die Standorte von insgesamt 18 Steinen genau beschrieben.
Bis vor einigen Jahren waren alle verschollen bis auf zwei: den Hauptstein in der Greinerstraße und den Stein beim Bauernhaus Scherer.

Konsulent Anton Baumann, damals Obmann des Heimatvereins, gab vor Jahren seinem Mitarbeiter Hans Pree einen Hinweis auf die Gerichtsprotokolle. Nach näherer Befassung mit diesen alten Beschreibungen entdeckte Pree eher zufällig vor vier Jahren den dritten Stein am Hinterbachweg, nahe dem Steinbrecherhaus. Darauf suchte Hans Pree gezielt den Stein an der Münzbacher Straße. Es hieß, dass er im Zuge diverser Straßenbauten verloren gegangen sei. Im März schaute sich Hans Pree den vermuteten Poschacher-Grenzstein an der Abzweigung zur Kuchlmühle genauer an und entdeckte an der verwachsenen Südseite das markante „MP“ für Markt Perg, das an den drei bislang bekannten Burgfriedsteinen jeweils aufscheint. Damit war der vierte Burgfriedstein in Perg wieder entdeckt! Wir gratulieren Hans Pree zu dieser Bergung eines Stücks Perger Geschichte!


Demnächst wird der Platz um den Stein gestaltet und eine Beschreibung angebracht.
Ein Blick in die Zukunft: Der Hinweis „ ... Burggfridtstain negst des Herrn Pfarrers Krauttgarten ...“ lässt dem Heimat-Detektiv Pree keine Ruhe – er wird sich weiter auf die Suche machen. Wir wünschen ihm Glück auf !


Autor: Franz Moser