Heimat- und Museumsverein Perg, Stifterstraße 1, 4320 Perg,
Telefon: 0650 5427786, E-Mail: heimathaus-stadtmuseum@perg.at

Zwei bemalte Glasfenster aus der Stadtpfarrkirche Perg

Bei Innenrenovierungsarbeiten in den Jahren 1880 bis 1911 wurden die in einer Tiroler und Linzer Werkstatt entstandenen Fenster eingebaut. Anlässlich der letzten Innenrenovierung der Stadtpfarrkirche Perg, die dem Hl. Jakob dem Älteren geweiht ist, wurden die Fenster im Jahre 1973 entfernt und 1987 dem Heimatverein überlassen.

Die folgenden zwei Fenster ließ der Heimatverein im Oktober 2006 restaurieren und in das Fenster im Stiegenhaus integrieren. Abgebildet sind die Hl. Notburga von Eben und der Hl. Benedikt von Nursia, Ordensgründer, Vater des abendländischen Mönchstums. „Ora et labora“ („Bete und arbeite“) ist die berühmte Grundlage des von ihm gegründeten Benediktinerordens. 

Hl. Notburga von Eben 


Hl. Notburga von Eben
Geboren um das Jahr 1265 in Rattenberg bei Kramsach, Tirol, als Tochter eines Hutmacherehepaa-res, gestorben am 14. September 1313 auf der Rottenburg, südlich von Rotholz im Unterinntal. Sie war Patronin der Dienstmägde, der Bauern, des Feierabends, für eine glückliche Geburt, bei Vieherkrankungen und bei allen Nöten in der Landwirtschaft. Sie gehört bis heute zu den meist verehrten Heiligen Tirols. Ihr Kult wurde 1862 approbiert.

Notburga ist als einfache Dienstmagd mit Korngarbe und Sichel zu sehen. In anderen Abbildungen ist sie mit einem Krug oder Brot in ihrer Schürze als Hinweis auf ihre Mildtätigkeit gegenüber den Armen oder auch als das Sichelwunder dargestellt.

Das Sichelmirakel ist wie folgt überliefert: Nachdem ihr Dienstherr verlangte, auch nach Feier-abend weiter zu arbeiten, erhob sie sich, rief laut „Feierabend“ und warf die Sichel in die Luft. Wie durch ein Wunder blieb diese in der Höhe schweben. Ihr Leben wurde in vielen Geschichten und Schauspielen festgehalten.

Hl. Benedikt von Nursia 


Hl. Benedikt von Nursia
Geboren um 480 in Norcia (Nursia), Italien, gestorben am 21. März 547 in Monte Cassino. Er ist Patron des Abendlandes und von Europa, der Lehrer, der Bergleute, Kupferschmiede und Höhlenforscher, der Schulkinder, der Sterbenden, gegen Fieber, Entzündungen, Vergiftungen und Steinleiden, gegen Zauberei.

Benedikt ist entweder als Abt oder als Benediktinermönch im schwarzen Habit dargestellt. Attribute sind, wie auf der Abbildung zu sehen, ein Becher und eine Schlange. Diese weisen auf das auf ihn versuchte Giftattentat hin. Er studierte in Rom. Wegen der Sittenlosigkeit seiner Mitstudenten floh er in die Einsamkeit der Sabiner Berge in Affile (Enfide), wo er mit einer Gruppe von Asketen zusammen lebte. Als er versuchte, das Leben der Eremiten zu ordnen, verübten diese ein Giftattentat auf ihn. 529 gründete er bei dem latinischen Ort Cassino das weltberühmte gleichnamige Kloster. Dort verstarb er während des Gebetes vor dem Altar der Klosterkirche.